Schweiz

4.) Bewerbungsunterlagen:


a) Allgemeines:

Ohne Aufenthaltsbewilligung werden Sie in der Schweiz nicht vom Arbeitsamt unterstützt, d.h. Sie werden nicht registriert und bekommen auch keine Stellenangebote. Eigeninitiative ist also mehr denn anderswo gefragt!
Blindbewerbungen sind in der Schweiz im allgemeinen weit verbreitet, wohingegen Stellenangebote in Zeitungen erst allmählich "in Mode kommen".

b) Anschreiben:

Für Bewerbungsschreiben gelten diesselben Kriterien wie in Deutschland (einseitiges Anschreiben, ein mit Namen versehenes und datiertes Lichtbild, einen höchstens zweiseitigen, datierten und unterschriebenen Lebenslauf sowie Zeugnisse).
Gute Sprachkenntnisse in Italienisch, Englisch und Französisch verbessern die Chancen auf eine Einstellung.

c) Lebenslauf:

Der tabellarisch abgefasste Lebenslauf sollte stets an die jeweilige Stelle angepasst werden. Eventuelle Lücken müssen Sie natürlich erklären.
Folgende Angaben sollten unbedingt enthalten sein:

- Persönliche Daten (Name, Adresse, Telefonnummer, Alter, Staatsangehörigkeit, Familienstand)
- Ausbildung (Schule, Beruf, Studium)
- Berufserfahrung
- Praktika
- Besondere Kenntnisse (Sprachen, EDV etc.)
- sonstiges (Hobbys, Stipendien etc.)

Orientierungshilfe leistet folgender Musterlebenslauf:

 

Vorname NAME

Adresse

Sommerstr. 2
76530 Baden-Baden
Tel.: 01234/123 456
E-mail: ...@...

Persönliche Daten 

geb. am 2. März 1975 in Baden-Baden
Staatsangehörigkeit: deutsch
Familienstand: verheiratet

Universität
9/93 - 9/99 


Universität Freiburg
Studiengang der Kunstgeschichte
Abschluß 9/99: xxxxxxxxx
Studienschwerpunkt: xxxx

Schule

8/84 - 7/93

Beethoven-Gymnasium Baden-Baden
Abschluß: Allgemeine Hochschulreife

Beschäftigungen/Praktika

5/98 - 9/98

Senkenberg Museum, Frankfurt, Deutschland
genaue Beschreibung der Tätigkeit

Sprachen

Deutsch Muttersprache
Englisch fließend in Wort und Schrift
Italienisch gute Kenntnisse

DV-Kenntnisse

Betriebssysteme: MS-DOS, Unix
Anwendungen: Word, Excel
Programmiererfahrung: Turbo Pascal

Sonstige Aktivitäten

am besten Aktivitäten aufzählen, die zur Stelle passen

Interessen

am besten Interessen nennen, die zur Stelle passen

d) Notensystem:

Noten sollten Sie nur dann im Lebenslauf angeben, wenn sie mindestens "gut" sind. Allerding werden in der Schweiz Bewerber selten wegen guter Noten ausgewählt, sondern eher aufgrund bestimmter Persönlichkeitsmerkmale.
Dennoch sollten Sie sich das Schweizer Notensystem im Vergleich zum deutschen einmal anschauen:

Schweiz Deutschland

sehr gut (6)
gut bis sehr gut (5,5)

=

sehr gut (1)

gut (5)
genügend bis gut (4,5)

=

gut (2)

genügend (4)
ungenügend (3,5)

=

befriedigend (3)

schwach (3)
sehr schwach bis schwach (2,5)

=

ausreichend (4)

sehr schwach (2)
unbrauchbar bis sehr schwach (1,5)

=

mangelhaft (5)

unbrauchbar (1)

=

ungenügend (6)

e) grobe Fehler:

Schon in der Bewerbungsphase gibt es einige Fettnäpfchen, die Sie besser auslassen sollten, wenn Sie zum Zuge kommen wollen.

Anschreiben:
- keine langen Sätze
- kein klarer Stellenbezug
- keine konkrete Ansprache eines Verantwortlichen

Lebenslauf:
- kein chronologischer oder anti-chronologischer Aufbau
- unerklärte Lücken
- zu lange
- schlechtes Bild

Vorstellungsgespräch:
- unpassende Kleidung
- fehlende Kenntnisse über Unternehmen
- zu schüchtern bzw. zu vorlaut

 

Vorstellungsgespräch:

Das A und O ist die richtige Vorbereitung auf das Gespräch: Presseveröffentlichungen, Firmennachschlagewerke, aktuelle Geschäftsberichte o.ä. helfen Ihnen dabei.
In der Schweiz kann es durchaus vorkommen, dass Sie nach Referenzpersonen gefragt werden. Überlegen Sie sich daher im Vorfeld mindestens zwei solcher Personen. Am besten sie fragen diese außerdem vorher um deren Einverständnis und klären vor allem auch das Bild ab, das "Ihre" Referenzperson von Ihnen hat.


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