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Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader

Die passenden Bewerbungsunterlagen

Eine Be-Werbung bedeutet immer auch Werbung in eigener Sache. Es gilt die jeweilige Firma von den eigenen Kompetenzen, der wirklichen Leistungsmotivation und auch der Persönlichkeit eindrucksvoll zu überzeugen. Hierzu gehören natürlich passende Bewerbungsunterlagen, die individuell für die jeweilige Stelle ausgearbeitet werden sollten. Konkret geht um die richtigen Formulierungen, aber auch um die optische Gestaltung der Dokumente. Die traditionelle schriftliche Bewerbung, bei der vollständige Unterlagen erwartet werden, besteht aus Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto, Zeugnis-Kopien sowie Sonstiges (Bescheinigungen, Arbeitsproben, Referenzen).

Das Anschreiben

Beim Anschreiben ist der erste Satz sicherlich immer der Schwerste. Das geht auch dem erfolgreichsten Schriftsteller so. Denn die ersten Worte entscheiden darüber, ob sich der Leser für das, was Sie ihm im Folgenden zu bieten haben, interessiert oder nicht. Mit dem klassischen „Hiermit bewerbe ich mich als …“ wird man jedoch die Hoffnungen eines Personalchefs im Keim ersticken, dass dem Bewerber eine individuelle und originelle Vorstellung wichtig ist. Man sollte sich deshalb unbedingt einen besseren Einstieg einfallen lassen, z. B.: „Mit großem Interesse bin ich auf Ihre Stellenausschreibung aufmerksam geworden und möchte mich Ihnen als ... vorstellen.“ Ein gelungener Auftakt ist beim Bewerbungsanschreiben das A und O. Es gilt sich wohltuend von der Konkurrenz abzuheben und auf typische und sehr langweilige Eröffnungen zu verzichten. Im Mittelteil ist dann knapp und überzeugend zu argumentieren, dass man der bzw. die Richtige für die zu besetzende Stelle ist. Auf welche Qualitäten, also Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften (Selbstanalyse) kann man verweisen? Wichtig ist auch, dass die eigene Motivation glaubwürdig zum Ausdruck gebracht wird. Es gilt eine plausible, authentische Antwort auf die Frage zu finden: Warum wollen Sie gerade in besagtem Unternehmen arbeiten? Auch der Schluss des Anschreibens sollte nicht in Plattheiten abgleiten. Schließlich klingt der letzte Satz noch einige Minuten im Gedächtnis nach. Empfehlenswert ist an dieser Stelle auch ein Verweis auf ein mögliches Vorstellungsgespräch. Etwa in dieser Form: „Ich freue mich auf ein persönliches kennen lernen.“ Vergessen Sie beim Anschreiben nie: In der Kürze liegt die Würze. Der Personalentscheider hat weder Lust noch Zeit, Romane zu lesen. Beschränken Sie sich auf 6-8, maximal 10 Sätze. Und diese Sätze sollten keine Rechtschreib- oder Kommafehler enthalten.

Der Lebenslauf

Im nächsten Schritt folgt der tabellarische Lebenslauf, wobei der geschulte Personaler-Blick oft sofort erkennt, ob der Bewerber für die Stelle geeignet ist oder nicht. Dass zahlreiche Bewerbungen diese Hürde nicht meistern, liegt häufig an nachlässig gestalteten Lebensläufen, die nicht auf die Stellenausschreibung zugeschnitten und nicht aussagekräftig sind. Der Profi erfasst hier direkt, wer sich mit den Anforderungen des Unternehmens auseinandergesetzt hat. Konkret beginnt der Selektionsprozess bei der beruflichen Kompetenz der Bewerber. Denn nur wer die ausgeschriebene Position inhaltlich ausfüllen kann, kommt für den Job auch in Frage. Und ebendiese Kompetenz wird im Lebenslauf anhand der bisherigen beruflichen Stationen deutlich. Ein guter und letztlich auch Lebenslauf ermöglicht dem Leser mit wenigen Blicken den sprichwörtlichen roten Faden in der Berufspraxis – hierzu zählen übrigens auch Praktika – zu erkennen. Was hat der Bewerber in der Vergangenheit gemacht, das gleichzeitig für die ausgeschriebene Stelle relevant ist? Sind die Muss-Kriterien (z. B. bestimmte Noten) erfüllt und werden so viele Kann-Kriterien (z. B. bestimmte Fremdsprachen oder PC-Kenntnisse) wie möglich abgedeckt? Zeigt sich vielleicht in relevanten Zusatzkursen eine besondere Leistungsmotivation? Ist der Lebenslauf lückenlos und unterschrieben? Welche Informationen zur Bewerber-Persönlichkeit sind erkennbar, z. B. über ehrenamtliches Engagement, Freizeitinteressen sowie das Bewerbungsfoto? Um es in einem Satz zu sagen: Der erfolgreiche Lebenslauf bringt die zur jeweiligen Stelle passenden Verkaufsargumente für das eigene Berufsprofil möglichst prägnant und gleichzeitig aussagekräftig auf den Punkt.

Sorgfalt zeigen

Ein häufiger Fehler bei der Bewerbungserstellung ist die mangelnde Sorgfalt. Im Gegensatz zu einem Personalchef, der vielleicht nur 1-2 Minuten für eine erste Durchschau verwendet, sollten Sie sich sehr viel Zeit für Ihre Bewerbungsunterlagen nehmen. Einige Tage sind bei der erstmaligen Erstellung durchaus realistisch. Generell ist es auch empfehlenswert die Unterlagen vor dem endgültigen Versand an gute Freunde zum Korrekturlesen weiterzureichen.


Autor: Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader