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Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader

Erfolgreich im Vorstellungsgespräch

Jedes Vorstellungsgespräch hat etwas von einer klassischen Prüfung und ist auch ein Ritual der Berufswelt. Diese zugegeben nicht ganz einfache Prüfung bzw. dieses Ritual soll der Auswahl der angeblich besten Bewerber für die jeweilige Position dienen, weshalb im Gespräch gewisse Hürden zu überspringen sind. Im Vorfeld ist deshalb die individuelle Vorbereitung, ggf. unterstützt durch eine Karriereberatung, sehr empfehlenswert.

Der erste Eindruck

Abseits fachlicher Aspekte gilt es beim Vorstellungsgespräch den Personaler auch auf einer emotionalen Ebene zu gewinnen. Dies ist nicht immer einfach, jedoch Sympathien lassen sich durchaus gezielt mobilisieren. Beispielsweise beim freundlichen Small-Talk zu Beginn des Vorstellungsgesprächs, der die Atmosphäre auflockert und eine gewisse Vertrauensebene schafft. „Hatten Sie eine angenehme Anreise?“, viele Firmenvertreter eröffnen das Gespräch auf diese Weise. Verzichten Sie dann auf pessimistische Exkurse über Fahrzeugstaus, überfüllte Zugreisen und endlosem Umherirren in einer unbekannten Stadt. Verstehen Sie diese Frage als das, was sie ist: Ein höfflich gemeinter Small Talk, der das Eis zwischen beiden Gesprächspartnern brechen soll. Eine gute Gelegenheit für Sie, im lockeren Plauderton ins Gespräch einzusteigen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Danken Sie für die Nachfrage, bewundern Sie die Architektur des Firmensitzes oder machen Sie Komplimente zu der guten Wegbeschreibung oder dem freundlichen Empfang. Auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt können als anfängliches Gesprächsthema dienen. So signalisieren Sie auch Ihr Interesse am Umfeld des Unternehmens.

Die Gesprächsphasen

Der allgemeine Ablauf eines Vorstellungsgesprächs kann typischerweise in folgende Abschnitte unterteilt werden: Begrüßung, Bewerbungsmotive, beruflicher Werdegang, persönlicher Hintergrund, berufliche Kompetenz, Informationen für den Bewerber, Arbeitskonditionen, Fragen des Bewerbers und Verabschiedung. Generell sind natürlich unzählige Fragen im Vorstellungsgespräch möglich, weshalb an dieser Stelle eine Auswahl an besonders wichtigen Themen folgt. Die Aufforderung „Bitte erzählen Sie doch etwas über sich.“ hinterfragt die Persönlichkeit des Bewerbers. Zugeschnitten auf die jeweilige Firma gilt es hier mit einer kurzen, prägnanten Botschaft wichtige Aspekte zur eigenen Kompetenz, Leistungsmotivation und persönlichen Eigenschaften zu kommunizieren. Bei der Frage „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ empfiehlt es sich die Positionierung der Firma sowie die eigenen Stärken/Kompetenzen als ideal ergänzend darzustellen. Wird gefragt „Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?“ so sollte der Bewerber zunächst kurz an die Stellenbeschreibung anknüpfen und dann wichtige fachliche sowie berufsbezogene persönliche Eigenschaften (Soft Skills) als Argumente benennen. Auf „Was erwarten Sie von einer Mitarbeit bei uns?“ gilt es authentisch die Vorzüge der Firma zu nennen und dann moderat bestimmte Entwicklungs- bzw. Zukunftsperspektiven aufzuzählen. Bei „Was sind Ihre Stärken?“ sollten zwei, drei wichtige Punkte kompetent und gleichzeitig glaubwürdig – also mit kurzen Beispielen, nennenswerten Erfolgen, überzeugenden Argumenten – aufgeführt werden.

Fragen des Bewerbers

Es ist übrigens wichtig zum richtigen Zeitpunkt auch eigene Fragen zu stellen, denn an klugen Fragen erkennt man den interessierten und motivierten Bewerber. Hierzu gehören: Aufgabengebiet, Zuständigkeit, Verantwortung oder Kooperationspartner. In Zeiten vielfältiger Flexibilität sollte bei Firmen mit mehreren Standorten bzw. Filialen nach dem konkreten Einsatzort oder auch möglichen Wechseln von Niederlassung zu Niederlassung gefragt werden. Wem hier, beispielsweise durch familiäre Verpflichtungen, bestimmte Grenzen gesetzt sind, sollte deshalb dieses Problem vor Dienstbeginn besprechen. Generell gilt: Der Abschnitt mit den Bewerber-Fragen sollte nie mit Erkundigungen zum Umfang der Urlaubsansprüche oder gar der Gehaltsfrage begonnen werden.

Abschied und Ausblick

Am Ende des Vorstellungsgesprächs folgt die Verabschiedung. Gestalten Sie dieses Ritual nicht nur freundlich, sympathisch, sondern erkundigen Sie sich auch über den konkreten weiteren Ablauf. Formulierungen wie z. B. „Sie hören von uns.“ sollten höflich hinterfragt werden: „Wann genau höre ich von Ihnen?“. Es gilt den weiteren Austausch zeitlich zu koordinieren und nicht auf eine wage Andeutung blind zu vertrauen.


Autor: Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader